Für ein sicheres Radfahren in Braunschweig

Bisherige Überholstands-Messungen auf dem Braunschweiger Messeweg
Foto: Dennis Ruth

Wie das Umweltbundesamt in seinem Positionspapier „Verkehrswende für ALLE“ im Jahr 2020 ausführt, ist das deutsche Verkehrssystem unter ökologischen, aber auch sozialen Gesichtspunkten stark reformbedürftig: Der Ausstoß von Treibhausemissionen sei zu hoch und die verkehrsbedingten Emissionen belasteten überdurchschnittlich stark einkommensschwache Haushalte, Kinder und ältere Menschen. Als eine Lösung sieht das Bundesumweltamt die stärkere Förderung des Rad- und Fußverkehrs.

Demselben Gedanken folgte der Rat der Stadt Braunschweig: Er beschloss im Jahr 2020 den Ziele- und Maßnahmenkatalog „Radverkehr in Braunschweig“ – „Braunschweigs Weg für einen besseren Radverkehr“. Darin definiert er unter anderem das Ziel, die Sicherheit des Radverkehrs in Braunschweig zu erhöhen.

Laut ADFC Fahrradklima-Test 2022 fühlen sich Radfahrende in Braunschweig besonders dort unsicher, wo sie sich die Straße mit dem Autoverkehr teilen. Und hier kommt das Projekt „OpenBikeSensor“ von Studierenden und Mitarbeitenden der TU Braunschweig ins Spiel: Im Rahmen des TU BS-Sandkastens entwickeln und fertigen sie Sensoren für Überholstandsmessungen. Die Sensoren, die aktuell an rund 30 Fahrrädern von Braunschweigern und Braunschweigerinnen angebracht sind, erfassen digital den Abstand, mit denen die Fahrräder von Autos überholt werden. Die resultierenden Daten führt das Projekt auf einer Online-Karte von Braunschweig zusammen. So können die Stadt und andere Akteure erkennen, wo sich Gefahrenstellen für Radfahrende befinden, und in ihrer Verkehrsplanung darauf reagieren.

Als Studierende und Mitarbeitende aus ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen der TU Braunschweig verfügen die Projektmitglieder über das nötige Know-How zum Bau der Sensoren
Foto: Dennis Ruth

Um die Verwertbarkeit der Daten sicherzustellen, arbeitet das Projektteam mit einer Vielzahl an Partnern zusammen: So nutzt es als Grundlage für den Sensoren-Bau die Vorlagen der deutschlandweiten OpenBikeSensor-Community, die etwa in Berlin bereits sehr erfolgreich tätig ist. Zugleich kooperiert das Projekt beispielsweise mit dem Institut für Verkehr und Stadtbauwesen der TU Braunschweig, das die Messungen begleitet und als Praxisfall in Forschung und Lehre einsetzt. Im TU-Institut für Verkehrspsychologie entsteht aktuell sogar eine Dissertation, die sich mit den Sensor-Daten beschäftigt.

Und auch in anderer Hinsicht wird das Projekt intensiv unterstützt: Denn obwohl die Teammitglieder die Sensoren ehrenamtlich bauen, löten, drucken und betreiben, so benötigen sie doch Mittel für die Bestandteile der Sensoren. Der Hochschulbun freut sich, zusammen mit der Ecki-Wohlgehagen-Stiftung die Mittel zum Bau von rund 30 weiteren Sensoren zur Verfügung stellen. Mit der zusätzlichen Datenerfassung wird es dem Projekt möglich sein, die Aussagekraft der Überholstands-Karte weiter zu erhöhen und in Braunschweig zur vom Umweltbundesamt angemahnten Verkehrswende  beizutragen.

Für die Unterstützung bei der Förderung danken wir:

 

Das könnte Sie auch interessieren: